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Geschichte der SPD im Landkreis Sonneberg bis 1933

Die Entstehung der Sozialdemokratie im Meininger Oberland

Die Geschichte der Sozialdemokratie im Landkreis Sonneberg reicht bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Ihre Entwicklung war eng mit der Industrialisierung des Meininger Oberlandes und den damit verbundenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen verknüpft.

Der Landkreis Sonneberg entstand 1868 im Herzogtum Sachsen-Meiningen. Das Kreisgebiet war bereits damals durch eine vielfältige gewerbliche und industrielle Produktion geprägt. Während in der Stadt Sonneberg die Spielwarenindustrie zunehmend an Bedeutung gewann, entwickelten sich in den Orten des Thüringer Waldes weitere wichtige Industriezweige. In Lauscha und den benachbarten Gemeinden spielte die Glasherstellung eine bedeutende Rolle, in Steinach und Umgebung die Schiefer- und Griffelindustrie. Hinzu kamen die Porzellanherstellung, der Bergbau und zahlreiche kleinere Gewerbebetriebe.¹

Die wirtschaftliche Entwicklung ging jedoch häufig mit schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen einher. Viele Beschäftigte arbeiteten in kleinen Werkstätten oder in Heimarbeit. Lange Arbeitszeiten, niedrige Löhne und die Mitarbeit von Frauen und Kindern prägten den Alltag zahlreicher Arbeiterfamilien.

In dieser Umgebung entwickelte sich eine sozialdemokratische Arbeiterbewegung, die sich für bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne, soziale Absicherung und demokratische Mitbestimmung einsetzte.

Bereits für 1871 ist in Sonneberg eine örtliche Organisation der frühen sozialdemokratischen Arbeiterbewegung nachgewiesen. Damit gehörte Sonneberg zu den Orten im Herzogtum Sachsen-Meiningen, in denen sich die Sozialdemokratie besonders früh organisierte.²

Während der Geltungsdauer des Sozialistengesetzes von 1878 bis 1890 war die Tätigkeit sozialdemokratischer Vereine erheblich eingeschränkt. Parteiorganisationen wurden verboten, Versammlungen überwacht und sozialdemokratische Veröffentlichungen unterdrückt. Dennoch konnte die Bewegung vielerorts fortbestehen.

Nach der Aufhebung des Sozialistengesetzes 1890 verbesserten sich die Möglichkeiten für die offene politische Organisation. In den folgenden Jahrzehnten entstanden in verschiedenen Städten und Gemeinden des Landkreises sozialdemokratische Ortsvereine, Arbeiterbildungsvereine, Gewerkschaften und genossenschaftliche Einrichtungen.

Der Aufbau der Sozialdemokratie im Landkreis

Die organisatorische Entwicklung der SPD vollzog sich zunächst vor allem auf örtlicher Ebene.

Zu den frühen Zentren gehörte die Stadt Sonneberg. Eine besondere Bedeutung erlangte hier Peter Eduard Wehder (1852–1923), der bereits seit 1879 als führender Vertreter der Sonneberger Sozialdemokratie tätig war.

Wehder gehörte von 1891 bis 1918 dem Landtag des Herzogtums Sachsen-Meiningen an und war von 1909 bis 1919 dessen Zweiter Vizepräsident. Von 1903 bis 1904 stand er außerdem an der Spitze der Sozialdemokratie im Herzogtum Sachsen-Meiningen.

Damit nahm er nicht nur innerhalb der Stadt Sonneberg, sondern auch in der überörtlichen sozialdemokratischen Parteiorganisation eine führende Stellung ein.³

Die Sozialdemokratie breitete sich unterdessen auch in weiteren Orten des Landkreises aus.

1899 entstand in Neuhaus eine SPD-Ortsgruppe, die bereits in ihrer Anfangszeit ungefähr 50 bis 60 Mitglieder zählte. Zu ihrer frühen Leitung gehörten Karl Jakob, Emil Schindhelm, Wilhelm Börner und Heinrich Löffler.

Für 1902 ist die Gründung des SPD-Ortsvereins Lauscha überliefert. Der Glasbläserort entwickelte sich zu einem weiteren wichtigen Zentrum der Arbeiterbewegung im nördlichen Kreisgebiet.

1906 gründeten Sozialdemokraten auch in Schierschnitz eine eigene Ortsgruppe. Zu ihren frühen Vorsitzenden gehörten Albin Liebermann, Heinrich Moser und Berthold Bergmann.⁴

Auch in anderen Gemeinden entstanden sozialdemokratische Organisationen und Zusammenschlüsse. Die Entwicklung wurde dabei wesentlich von den Beschäftigten der örtlichen Industrie und den mit ihnen verbundenen Gewerkschaften getragen.

Die Ortsvereine waren nicht ausschließlich politische Wahlvereine. Sie bildeten zugleich Anlaufstellen für Arbeiterfamilien, organisierten Versammlungen, unterstützten gewerkschaftliche Forderungen und förderten die politische Bildung.

Die genaue organisatorische Struktur der SPD auf Kreisebene ist für die Zeit des Kaiserreichs bisher nicht vollständig geklärt. Insbesondere fehlen noch gesicherte Angaben darüber, wann eine eigenständige Kreisleitung eingerichtet wurde und wer ihr zu welchen Zeiten angehörte.

Neben Peter Eduard Wehder gehörte Karl Knauer (1872–1951) zu den führenden Sozialdemokraten im Landkreis. Beide könnten zeitweise auch den Vorsitz einer kreisweiten Parteiorganisation ausgeübt haben. Die entsprechenden Amtszeiten sind bislang jedoch nicht eindeutig nachgewiesen.⁵

Gewerkschaften, Genossenschaften und die sozialdemokratische Presse

Neben der eigentlichen Parteiorganisation waren die freien Gewerkschaften und Genossenschaften von großer Bedeutung für die Entwicklung der Sozialdemokratie im Landkreis.

In den verschiedenen Industriezweigen bestanden unterschiedliche wirtschaftliche und soziale Probleme. Während die Beschäftigten größerer Betriebe gemeinsame Arbeitskämpfe organisieren konnten, war die Interessenvertretung der Heimarbeiter besonders schwierig.

Gerade in der Spielwarenindustrie arbeiteten zahlreiche Menschen außerhalb größerer Fabriken. Die Beschäftigten waren häufig von Zwischenhändlern und Auftraggebern abhängig, verfügten über geringe Einkommen und konnten sich nur schwer gemeinsam organisieren.

Zu den führenden Gewerkschaftern im Landkreis gehörte Karl Knauer.

Er stand von 1900 bis 1919 an der Spitze der Sonneberger Ortskrankenkasse und war von 1906 bis 1919 Vorsitzender des örtlichen Gewerkschaftskartells. Daneben engagierte er sich in der Konsumgenossenschaftsbewegung und gehörte seit 1903 dem Meininger Landtag an.⁶

Die sozialdemokratische Bewegung bemühte sich zugleich darum, ihre politischen Vorstellungen durch Zeitungen und andere Veröffentlichungen zu verbreiten.

Bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden sozialdemokratische Zeitungen im Kreis Sonneberg vertrieben, darunter das „Saalfelder Volksblatt“.

Eine besondere Bedeutung erhielt der „Thüringer Volksfreund“, der am 1. Oktober 1907 erstmals in Sonneberg erschien.

Die Zeitung berichtete über die Politik der Sozialdemokratie, die Arbeit der Gewerkschaften, kommunale Angelegenheiten und soziale Auseinandersetzungen. Ihre Verbreitung reichte weit über die Stadt Sonneberg hinaus.

Bereits 1910 betrug die angegebene Auflage 5.300 Exemplare. Zu den frühen Mitarbeitern gehörten Rudolf Barth als Redakteur, Markus beziehungsweise Marcus Horn als Geschäftsführer und Karl Knauer als presserechtlich Verantwortlicher.

Die Zeitung war damit ein wichtiges gemeinsames Informations- und Organisationsmittel der sozialdemokratischen Bewegung im Landkreis.⁷

Besonders deutlich wurde die überörtliche Zusammenarbeit beim Aufbau des Zeitungsvertriebs in Neuhaus-Schierschnitz.

Dort unterstützten führende Sonneberger Sozialdemokraten wie Gustav König, Cuno Blechschmidt, Karl Knauer, Peter Eduard Wehder und Markus Horn die Verbreitung des Thüringer Volksfreundes.

Die Verbindung zwischen den örtlichen Parteiorganisationen und der gemeinsamen Presse trug dazu bei, politische Informationen, sozialdemokratische Positionen und gewerkschaftliche Forderungen im Kreisgebiet bekannt zu machen.

Auch die Arbeiterjugend, Arbeitergesangvereine und weitere Bildungs- und Kulturorganisationen gehörten zum Umfeld der regionalen Sozialdemokratie. In Neuhaus bestand beispielsweise seit 1907 eine sozialdemokratische Arbeiterjugend.

Der Erste Weltkrieg und die Spaltung der Sozialdemokratie

Der Erste Weltkrieg führte auch innerhalb der Sozialdemokratie im Landkreis Sonneberg zu grundlegenden politischen Auseinandersetzungen.

Die Zustimmung der SPD-Reichstagsfraktion zu den Kriegskrediten im August 1914 und die Unterstützung der sogenannten Burgfriedenspolitik wurden von Teilen der Partei zunehmend kritisiert.

Die innerparteilichen Gegensätze führten schließlich 1917 zur Gründung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD). Die bisherige Partei wurde zur Unterscheidung fortan als Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands (MSPD) bezeichnet.

Die Spaltung wirkte sich auch auf die örtlichen Parteiorganisationen aus.

Zu den Sozialdemokraten, die sich der USPD anschlossen, gehörte Cuno Blechschmidt (1878–1932) aus Sonneberg. Er war bereits vor dem Ersten Weltkrieg als Parteifunktionär und Mitarbeiter der sozialdemokratischen Presse tätig gewesen.

Während der Novemberrevolution 1918 nahm Blechschmidt eine bedeutende Rolle in Gotha ein und gehörte dort dem revolutionären Rat der Volksbeauftragten an.⁸

Mit dem militärischen Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreiches und der Novemberrevolution von 1918 begann auch im Herzogtum Sachsen-Meiningen der Übergang zur parlamentarischen Demokratie.

Im November 1918 entstanden in Sonneberg, Steinach und weiteren Städten und Gemeinden Arbeiter- und Soldatenräte. Sozialdemokratische Politiker beteiligten sich an den politischen Veränderungen und an der Neuordnung der Verwaltung.

In Sachsen-Meiningen wurde die Monarchie abgeschafft und der Freistaat Sachsen-Meiningen gebildet. An der neuen Regierung war auch Karl Knauer beteiligt, der ab November 1918 das Amt eines Staatsrats übernahm.

Die Sozialdemokratie gewann damit einen unmittelbaren Einfluss auf die staatliche Politik, der ihr während der Monarchie weitgehend verwehrt geblieben war.⁹

Die Sozialdemokratie nach der Novemberrevolution

Die Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts sowie die demokratische Neuordnung der Gemeinden eröffneten der Sozialdemokratie nach 1918 neue Möglichkeiten der politischen Mitwirkung.

Bei den Wahlen von 1919 erreichten die Sozialdemokraten in verschiedenen Gemeinden des Landkreises erhebliche Stimmenanteile.

Besonders deutlich zeigte sich dies in der Stadt Sonneberg, wo die SPD bei der Gemeinderatswahl vom 23. März 1919 mit 54,8 Prozent die absolute Mehrheit gewann. Die USPD erreichte weitere 10,0 Prozent.

Die Bedeutung der Sozialdemokratie zeigte sich auch auf Landesebene.

Peter Eduard Wehder wurde am 8. April 1919 zum Präsidenten des Meininger Landtags gewählt. Karl Knauer gehörte ebenfalls dem Landtag an.

Mit der Gründung des Landes Thüringen am 1. Mai 1920 veränderten sich die politischen und organisatorischen Rahmenbedingungen.

Der bisherige Freistaat Sachsen-Meiningen ging gemeinsam mit sechs weiteren thüringischen Freistaaten und Volksstaaten im neuen Land auf.

Die Sonneberger Sozialdemokratie wurde damit zunehmend in die landesweite SPD-Organisation Thüringens eingebunden. Karl Knauer gehörte von 1920 bis 1927 dem Thüringer Landtag an.¹⁰

Die politische Entwicklung wurde jedoch weiterhin durch die Spaltung der Arbeiterbewegung geprägt.

Ein Teil der USPD schloss sich 1920 der KPD an. Dies führte in mehreren Orten des Landkreises zu erheblichen Verschiebungen der politischen Kräfteverhältnisse.

In Neuhaus gewann die KPD beispielsweise bei der Gemeinderatswahl von 1920 sieben Mandate, während die SPD noch zwei Mandate erhielt. Die bürgerlichen Parteien verfügten ebenfalls über zwei Sitze.

Die SPD blieb jedoch auch dort als eigenständige Partei bestehen.

Eine erneute Annäherung zwischen der MSPD und dem verbliebenen Teil der USPD führte schließlich zur Wiedervereinigung beider Parteien.

Am 24. September 1922 vereinigten sie sich auf einem Parteitag in Nürnberg zur Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (VSPD). In Thüringen wurde der Zusammenschluss Anfang Oktober 1922 organisatorisch nachvollzogen.

Damit gehörten die zuvor getrennten mehrheitssozialdemokratischen und unabhängigen Parteiorganisationen wieder einer gemeinsamen sozialdemokratischen Partei an. Ab 1924 verwendete die vereinigte Partei erneut die Bezeichnung SPD.

Auch Cuno Blechschmidt gehörte anschließend wieder der vereinigten Sozialdemokratie an und war in Sonneberg als SPD-Ortsvorsitzender tätig.¹¹

Die Kreistagswahl von 1922: Die SPD wird stärkste Kraft

Am 10. September 1922 fanden im Landkreis Sonneberg Kreistagswahlen statt.

Die SPD erreichte dabei 13.256 Stimmen beziehungsweise 41,4 Prozent und gewann elf der insgesamt 25 Kreistagsmandate.

Damit wurde sie zur stärksten politischen Kraft im Kreistag.

Der Bürgerliche Wahlverein erhielt 37,8 Prozent und zehn Mandate. Die KPD erreichte 13,5 Prozent und drei Sitze, während auf den Landbund 7,3 Prozent und ein Mandat entfielen.

Die Wahlbeteiligung lag bei 72,5 Prozent.¹²

Das Ergebnis zeigte die weiterhin große Bedeutung der Sozialdemokratie im Landkreis. Trotz der Spaltung der Arbeiterbewegung vereinten SPD und KPD zusammen mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich.

Der Kreistag war für wichtige Aufgaben der kreislichen Selbstverwaltung zuständig. Dazu gehörten unter anderem Fragen der Kreisfinanzen, der öffentlichen Einrichtungen, der Infrastruktur und der sozialen Fürsorge.

Auch die Leitung der Kreisverwaltung veränderte sich in diesen Jahren.

Im Dezember 1922 übernahm Karl Knauer das Amt des Kreisdirektors des Landkreises Sonneberg. Zuvor war er seit Januar 1920 Erster Bürgermeister der Stadt Sonneberg gewesen.

Knauer blieb bis zu seiner Versetzung in den Wartestand am 1. Juli 1924 Kreisdirektor. Bereits 1924 ist Dr. Max Hartung als sein Nachfolger nachgewiesen.

Knauer kehrte im Juli 1925 an die Spitze der Sonneberger Stadtverwaltung zurück und blieb dort bis März 1930 Bürgermeister.¹³

Die Sozialdemokratie war damit nicht nur im Kreistag stark vertreten, sondern stellte zeitweise auch den Leiter der Kreisverwaltung.

Politische und soziale Herausforderungen in den 1920er-Jahren

Die 1920er-Jahre waren im Landkreis Sonneberg von erheblichen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten geprägt.

Nach dem Ersten Weltkrieg belasteten die Folgen der Inflation, die wirtschaftliche Unsicherheit und die Probleme der kommunalen Neuordnung die Bevölkerung.

Die starke Abhängigkeit vieler Orte von einzelnen Industriezweigen verschärfte diese Schwierigkeiten. Besonders die Beschäftigten der Spielwaren-, Glas-, Porzellan- und Schieferindustrie waren von schwankenden Absatzmöglichkeiten und niedrigen Löhnen betroffen.

Für die Sozialdemokratie standen deshalb weiterhin Fragen der Arbeitsbedingungen, der sozialen Absicherung, der kommunalen Fürsorge und der wirtschaftlichen Entwicklung im Mittelpunkt.

Auch die politische Entwicklung Thüringens hatte unmittelbare Auswirkungen auf den Landkreis.

Seit 1921 wurde das Land von einer sozialdemokratisch geführten Regierung unter Ministerpräsident August Frölich regiert, die zunächst auf die Unterstützung beziehungsweise Tolerierung durch die KPD angewiesen war.

Die Landespolitik war von Auseinandersetzungen über die kommunale Selbstverwaltung, das Schulwesen, die Wohlfahrtspflege und die wirtschaftliche Versorgung geprägt.

An diesen Diskussionen beteiligten sich auch Vertreter aus Sonneberg. Karl Knauer sprach auf einer sozialdemokratischen Landeskonferenz am 11. Dezember 1922 in Erfurt unter anderem über die politischen Schwierigkeiten nach den Kommunalwahlen, die kommunale Neuordnung und Probleme der Brennholzversorgung.¹⁴

Die politischen Gegensätze zwischen SPD und KPD verschärften sich 1923 erneut.

Im Oktober 1923 entstand in Thüringen eine gemeinsame Arbeiterregierung aus Sozialdemokraten und Kommunisten unter Ministerpräsident August Frölich. Die Zusammenarbeit endete jedoch bereits nach wenigen Wochen im Zuge der politischen Krise und des Eingreifens der Reichswehr.

Die Ereignisse verdeutlichten die erheblichen Spannungen innerhalb der Arbeiterbewegung, die auch das Verhältnis der beiden Parteien in den folgenden Jahren prägten.¹⁵

Die Kreistagswahlen von 1925 und 1928

Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der Konflikte innerhalb der Arbeiterbewegung konnte die SPD ihre starke Stellung im Landkreis zunächst behaupten.

Bei der Kreistagswahl vom 22. Februar 1925 erhielt sie 13.105 Stimmen beziehungsweise 38,5 Prozent.

Damit gewann sie fünf der nunmehr 13 Kreistagsmandate. Die bürgerliche Liste erhielt sechs und die KPD zwei Sitze.

Bei der nächsten Kreistagswahl am 2. Dezember 1928 erreichte die SPD sogar wieder 13.286 Stimmen und einen Anteil von 40,4 Prozent.

Die KPD gewann mit 21,4 Prozent drei Mandate. Die NSDAP zog mit 8,6 Prozent erstmals mit einem Sitz in den Kreistag ein.¹⁶

Ergebnisse der Kreistagswahlen im Landkreis Sonneberg

Wahljahr

SPD-Stimmen

SPD-Anteil

SPD-Mandate

1922

13.256

41,4 %

11 von 25

1925

13.105

38,5 %

5 von 13

1928

13.286

40,4 %

5 von 13

1932

10.527

24,3 %

3 von 13

Die Prozentanteile wurden aus den überlieferten Stimmenzahlen berechnet. Die Zahl der Kreistagssitze wurde zwischen 1922 und 1925 von 25 auf 13 reduziert.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung im Verhältnis zwischen SPD und KPD.

Während die Sozialdemokraten bei den Kreistagswahlen von 1922 bis 1928 ungefähr 40 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnten, gewann auch die KPD an Bedeutung.

Bei der Wahl von 1928 erreichten beide Parteien zusammen 61,8 Prozent der gültigen Stimmen.

Noch höher lag ihr gemeinsamer Stimmenanteil bei der Reichstagswahl desselben Jahres: Hier erreichten SPD und KPD im Landkreis Sonneberg zusammen rund 65 Prozent.

Damit war Sonneberg 1928 der einzige thüringische Landkreis, in dem beide Parteien gemeinsam mehr als 60 Prozent der Stimmen bei der Reichstagswahl erhielten.

Auch bei der Reichstagswahl von 1930 erreichten die beiden Arbeiterparteien zusammen noch 57,8 Prozent.¹⁷

Der Landkreis Sonneberg gehörte somit über viele Jahre zu den ausgeprägten Wahlhochburgen der sozialistischen Arbeiterbewegung in Thüringen.

Die Fürstenenteignung 1926

Ein besonders deutliches Beispiel für die politische Mobilisierung der Arbeiterbewegung war der Volksentscheid über die entschädigungslose Enteignung der ehemaligen Fürstenhäuser am 20. Juni 1926.

Die Initiative wurde von der KPD angestoßen und anschließend auch von der SPD unterstützt.

Im Landkreis Sonneberg beteiligten sich bereits am vorausgegangenen Volksbegehren 31.525 Menschen. Das entsprach 69,8 Prozent der Stimmberechtigten.

Beim anschließenden Volksentscheid stimmten 32.062 Personen für die entschädigungslose Fürstenenteignung.

Das waren 65,5 Prozent aller Stimmberechtigten.

Thüringenweit lag dieser Anteil lediglich bei 42,8 Prozent.¹⁸

Das Ergebnis verdeutlicht die große Unterstützung, die sozialistische und republikanische Forderungen im Landkreis Sonneberg während der Weimarer Republik fanden.

Die Stimmen für die Fürstenenteignung lassen sich allerdings nicht allein der SPD zurechnen. Die Forderung wurde auch von der KPD sowie weiteren republikanischen und linken Kräften unterstützt.

Die sozialdemokratische Parteiorganisation und ihre Persönlichkeiten

Die politische Bedeutung der SPD im Landkreis wurde wesentlich durch das Engagement zahlreicher örtlicher Funktionäre, Kommunalpolitiker und Gewerkschafter getragen.

Neben Peter Eduard Wehder und Karl Knauer gehörten hierzu insbesondere Cuno Blechschmidt, Gustav König, Gottfried Brandel und Emil Köhler.

Gustav König (1878–1948) war langjähriger sozialdemokratischer Kommunalpolitiker, Direktor der Ortskrankenkasse und zeitweise Vorsitzender des Kreistags. Er gehörte über mehrere Wahlperioden dem Sonneberger Gemeinderat beziehungsweise Stadtrat an.

Gottfried Brandel (1885–?) war als Gewerkschaftsfunktionär und Mitarbeiter der sozialdemokratischen Presse tätig. Er engagierte sich insbesondere für die Interessen der Beschäftigten und der Heimarbeiter.

Cuno Blechschmidt (1878–1932) hatte bereits während der Novemberrevolution 1918 eine bedeutende Rolle in Gotha gespielt. Nach der Wiedervereinigung der Sozialdemokratie gehörte er erneut zu den führenden SPD-Funktionären in Sonneberg.

Auch innerhalb der jüngeren Generation entstanden neue politische Führungspersönlichkeiten.

Zu ihnen gehörte Theo Gundermann (1904–1974), der sich seit 1922 in der Sozialistischen Arbeiterjugend engagierte und 1923 der SPD beitrat.

Gundermann arbeitete später im SPD-Kreisvorstand mit und gehörte zu den sozialdemokratischen Kommunalpolitikern der letzten Jahre der Weimarer Republik. Seine Bedeutung sollte insbesondere während der nationalsozialistischen Diktatur und beim Wiederaufbau der Sozialdemokratie 1945 weiter zunehmen.¹⁹

Eine wichtige Rolle spielten auch Frauen in der sozialdemokratischen Bewegung.

Zu den politisch aktiven Sozialdemokratinnen gehörte Olga Brückner (1899–1980), die bereits 1914 der sozialistischen Arbeiterjugend und 1918 der SPD beigetreten war.

Sie bekleidete verschiedene Vorstandsämter der Sonneberger Sozialdemokratie und engagierte sich in der gewerkschaftlichen Interessenvertretung.

Daneben waren Sozialdemokratinnen in den örtlichen Gemeindevertretungen aktiv. Zu ihnen gehörten unter anderem Marie Kolb, Melanie Dober und Erna Büchner in Sonneberg.²⁰

Die genauen Mitgliederzahlen des SPD-Kreisverbandes sowie die vollständige Zusammensetzung seiner Kreisvorstände sind für die Zeit vor 1933 bislang nicht bekannt.

Auch die genaue Gliederung der überörtlichen Parteiorganisation, insbesondere das Verhältnis zwischen den örtlichen Vereinen, einer möglichen Kreisleitung und den thüringischen Bezirks- beziehungsweise Unterbezirksorganisationen, ist noch nicht abschließend geklärt.

Die führende Stellung einzelner Sonneberger Sozialdemokraten ist jedoch durch ihre politischen Ämter und ihre Tätigkeit innerhalb der Partei und der Gewerkschaften nachgewiesen.

Die politische Krise der frühen 1930er-Jahre

Mit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise verschlechterten sich die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse im Landkreis Sonneberg erheblich.

Die regionale Industrie war stark von der überörtlichen Nachfrage und vom Export abhängig. Der Rückgang der Absatzmöglichkeiten traf deshalb zahlreiche Betriebe und Beschäftigte.

Besonders schwierig war die Situation für die Heimarbeiter, deren Einkommen ohnehin häufig gering war. Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und sinkende Löhne verschärften die soziale Unsicherheit.

Zugleich veränderten sich die politischen Kräfteverhältnisse.

Während SPD und KPD 1928 noch zusammen mehr als 60 Prozent der Stimmen bei der Kreistagswahl erhalten hatten, gelang es der NSDAP innerhalb weniger Jahre, erhebliche Teile der Wählerschaft für sich zu gewinnen.

Dieser Wandel vollzog sich im Landkreis Sonneberg besonders deutlich.

Die Region hatte über Jahrzehnte zu den Wahlhochburgen der sozialistischen Arbeiterbewegung gehört. Im Unterschied zu anderen thüringischen Regionen blieb ihre gemeinsame Wählerbasis bis zum Ende der 1920er-Jahre vergleichsweise stark, bevor sie zu Beginn der 1930er-Jahre erheblich zurückging.

Ein möglicher Erklärungsansatz liegt in der besonderen Wirtschafts- und Sozialstruktur des Landkreises.

Die starke Verbreitung der Heimarbeit erschwerte die dauerhafte gewerkschaftliche und politische Organisation vieler Beschäftigter. Während Fabrikarbeiter häufig über feste betriebliche Kontakte und gemeinsame Organisationen verfügten, waren Heimarbeiter stärker auf ihre Familien und kleinen Werkstätten konzentriert.

Hinzu kam, dass die jungen Beschäftigten und die ältere Generation der sozialdemokratischen Funktionäre teilweise unterschiedliche politische Erfahrungen und Erwartungen hatten.

Die wirtschaftliche Krise und die zunehmende Radikalisierung konnten unter diesen Bedingungen zu raschen Veränderungen der politischen Bindungen führen.²¹

Die Sozialdemokratie musste sich nun gleichzeitig gegen den wachsenden Nationalsozialismus, den politischen Druck der KPD und die Folgen der Wirtschaftskrise behaupten.

1932: Der Verlust der sozialdemokratischen Vormachtstellung

Bei der letzten regulären Kreistagswahl vor der nationalsozialistischen Machtübernahme am 4. Dezember 1932 veränderten sich die politischen Kräfteverhältnisse grundlegend.

Die NSDAP erhielt 19.550 Stimmen beziehungsweise 45,0 Prozent und gewann sechs der 13 Kreistagssitze.

Die SPD erreichte noch 10.527 Stimmen und drei Mandate. Das entsprach einem Stimmenanteil von 24,3 Prozent.

Die KPD erhielt 10.003 Stimmen beziehungsweise 23,0 Prozent und ebenfalls drei Mandate. Der Nationale Block gewann das verbleibende Mandat.²²

Damit war die NSDAP zur stärksten politischen Kraft im Kreistag geworden.

Die SPD verlor gegenüber der Wahl von 1928 mehr als 16 Prozentpunkte. Auch die gemeinsame Wählerbasis von SPD und KPD war deutlich zurückgegangen.

Die beiden Arbeiterparteien verfügten zusammen noch über sechs Mandate und damit ebenso viele wie die NSDAP allein.

Die Entwicklung verdeutlicht den tiefgreifenden politischen Wandel innerhalb weniger Jahre.

Noch 1928 hatte die Sozialdemokratie eine starke Stellung im Landkreis behauptet. Vier Jahre später war ihre politische Bedeutung durch den Aufstieg des Nationalsozialismus erheblich geschwächt.

1933: Das Ende der demokratischen Kreispartei

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begann die nationalsozialistische Zerschlagung der demokratischen Parteien und Organisationen.

Auch im Landkreis Sonneberg veränderten sich die politischen Verhältnisse grundlegend.

Nach dem Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 wurden politische Gegner verfolgt, Versammlungen eingeschränkt und die Handlungsmöglichkeiten der Arbeiterparteien zunehmend beseitigt.

Die nationalsozialistischen Gleichschaltungsmaßnahmen führten im Frühjahr 1933 zur Neuordnung der kommunalen Vertretungen.

Im Landkreis Sonneberg wurden auf Grundlage der Gleichschaltungsgesetze zunächst noch zwei Mandate für die SPD vorgesehen. Eine eigenständige demokratische Arbeit der Partei war unter diesen Bedingungen jedoch nicht mehr möglich.²³

Am 22. Juni 1933 wurde die SPD reichsweit verboten. Ihre Parteiorganisationen wurden aufgelöst, ihre Einrichtungen beschlagnahmt und ihre Mitglieder zunehmend verfolgt.

Damit endete auch im Landkreis Sonneberg die legale Tätigkeit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Für zahlreiche Sozialdemokraten hatte die nationalsozialistische Machtübernahme schwerwiegende persönliche und berufliche Folgen.

Karl Knauer wurde 1933 auf Grundlage des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus dem thüringischen Staatsdienst entlassen.

Andere Sozialdemokraten wurden überwacht, verhaftet oder wegen ihrer politischen Überzeugungen verfolgt.

Die Auflösung der Parteiorganisation bedeutete jedoch nicht, dass sämtliche politischen Verbindungen zwischen den früheren Mitgliedern verloren gingen.

Sozialdemokratischer Widerstand während der nationalsozialistischen Diktatur 1933–1945

Trotz des Verbots der SPD und der Verfolgung ihrer Mitglieder bestanden im Landkreis Sonneberg weiterhin oppositionelle und illegale politische Netzwerke.

Zu den bedeutendsten gehörte die Widerstandsgruppe der „Jungen Marxisten“, die zwischen 1933 und 1935 im Kreisgebiet aktiv war.

Ihr gehörten ungefähr 80 Personen an. Beteiligt waren ehemalige Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterjugend, Sozialdemokraten, Kommunisten, Gewerkschafter und Angehörige weiterer linker Organisationen.

Die Gruppe war über große Teile des Landkreises Sonneberg verbreitet und verfügte über Verbindungen nach Bayern, Ostthüringen und in weitere Regionen.

Auch Kontakte zu politischen Organisationen im Ausland bestanden, insbesondere nach Prag. Dort befanden sich Vertriebsstellen und Auslandsvertretungen verschiedener verbotener Arbeiterparteien.

Zu den wichtigsten Tätigkeiten der Gruppe gehörten die Verbreitung illegaler Schriften, politische Diskussionen und die heimliche Weitergabe von Informationen.

Bereits im März und April 1933 wurden in Sonneberg als Zeichen des Widerstands weithin sichtbare rote Fahnen gehisst.²⁴

Eine zentrale Rolle innerhalb der Gruppe spielte Theo Gundermann, der zuvor dem SPD-Kreisvorstand angehört hatte.

Er leitete die Organisation bis 1935.

Im Mai 1935 wurde Gundermann gemeinsam mit sechs weiteren Angeklagten, darunter Berta Götz und Minna Ross, vom Oberlandesgericht Jena verurteilt.

Nach seiner Verhaftung übernahmen andere Mitglieder die Leitung der illegalen Widerstandsarbeit, darunter Hermann Tenner aus Oberlind und später Rudi Suffa aus Heinersdorf.

Die Gruppe verband frühere Mitglieder unterschiedlicher Arbeiterparteien und setzte sich trotz der politischen Gegensätze der Weimarer Republik gemeinsam gegen den Nationalsozialismus ein.²⁵

Daneben bestanden im Kreis Sonneberg weitere Formen des politischen Widerstands, insbesondere innerhalb der kommunistischen Arbeiterbewegung.

Über das Schicksal der früheren sozialdemokratischen Kreisvorstandsmitglieder und der örtlichen SPD-Funktionäre während der gesamten nationalsozialistischen Diktatur ist bislang nur ein Teil der Ereignisse bekannt.

Die dokumentierten Widerstandsaktivitäten zeigen jedoch, dass einzelne Sozialdemokraten auch nach dem Verbot ihrer Partei an ihren politischen Überzeugungen festhielten und sich weiterhin gegen die nationalsozialistische Herrschaft engagierten.

Rückblick

Die Geschichte der SPD im Landkreis Sonneberg bis 1933 ist eng mit dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel der Region verbunden.

Aus den frühen Zusammenschlüssen der Arbeiterbewegung entstand eine politische Kraft, die bereits im Kaiserreich eine bedeutende Stellung gewann.

Die Sozialdemokratie organisierte Arbeiter und ihre Familien, unterstützte gewerkschaftliche Forderungen, beteiligte sich an der Entwicklung von Genossenschaften und förderte die politische Bildung.

Mit Peter Eduard Wehder und Karl Knauer verfügte sie über Persönlichkeiten, deren politisches Wirken weit über den Landkreis hinausreichte.

Nach der Novemberrevolution 1918 gewann die SPD erheblich an kommunalpolitischem Einfluss. Sie stellte zeitweise den Kreisdirektor und war über mehrere Wahlperioden die stärkste politische Kraft im Sonneberger Kreistag.

Noch Ende der 1920er-Jahre gehörte der Landkreis Sonneberg zu den bedeutenden Wahlhochburgen der sozialistischen Arbeiterbewegung in Thüringen.

Die Weltwirtschaftskrise, die politischen Gegensätze zwischen SPD und KPD und der rasche Aufstieg der NSDAP führten jedoch zu einer grundlegenden Veränderung der politischen Verhältnisse.

Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 endete die eigenständige und legale Arbeit der SPD im Landkreis Sonneberg.

Einzelne Sozialdemokraten setzten ihren politischen Widerstand im Untergrund fort. Andere zogen sich aus der öffentlichen Politik zurück oder wurden Opfer nationalsozialistischer Verfolgungsmaßnahmen.

Nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur im Mai 1945 konnte die Sozialdemokratie im Landkreis Sonneberg wieder als eigenständige Partei entstehen.

Bereits im folgenden Jahr wurde diese Entwicklung jedoch durch die unter sowjetischem Druck erfolgte Vereinigung von SPD und KPD zur SED beendet.

Die Geschichte der Wiedergründung der SPD und ihrer Vereinigung mit der KPD in den Jahren 1945 und 1946 wird in diesem Artikel behandelt.


Einzelnachweise

¹ Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Meiningen: Bestand 4-12-3080, Kreis Sonneberg, Vorwort zum Findbuch, insbesondere zur Verwaltungs- und Wirtschaftsgeschichte des Meininger Oberlandes. Archivportal Thüringen.

² Andrea Jakob: „Umbruch und Kontinuität – die Novemberrevolution im Herzogtum Sachsen-Meiningen“, in: Stefan Gerber/Maren Goltz (Hrsg.): Herzog Bernhard III. von Sachsen-Meiningen (1851–1928). Zwischen Erwartung und Realität, Köln/Weimar/Wien 2021, S. 163. Dort wird eine sozialdemokratische Ortsorganisation in Sonneberg bereits für 1871 genannt.

³ Jochen Lengemann: Thüringische Landesparlamente 1919–1952. Biographisches Handbuch, Köln/Weimar/Wien 2014; Wilhelm H. Schröder: Sozialdemokratische Parlamentarier in den deutschen Reichs- und Landtagen 1876–1933, Datenbank BIOSOP, biografischer Eintrag zu Peter Eduard Wehder.

⁴ 650 Jahre Neuhaus-Schierschnitz 1315–1965, Festschrift, Neuhaus-Schierschnitz 1965, S. 37; 675 Jahre Neuhaus-Schierschnitz 1315–1990, Festschrift, Neuhaus-Schierschnitz 1990, S. 57. Das Gründungsjahr 1902 des SPD-Ortsvereins Lauscha entspricht dem bisherigen Forschungsstand der SPD Sonneberg; der zugehörige Originalbeleg ist noch zu ergänzen.

⁵ Wilhelm H. Schröder: Sozialdemokratische Parlamentarier in den deutschen Reichs- und Landtagen 1876–1933, biografische Einträge zu Eduard Wehder und Karl Knauer; Jochen Lengemann: Thüringische Landesparlamente 1919–1952, S. 390–391. Die genaue Funktion beider Politiker innerhalb einer Kreisparteileitung ist noch nicht vollständig nachgewiesen.

⁶ Jochen Lengemann: Thüringische Landesparlamente 1919–1952, S. 390–391, biografischer Eintrag zu Karl Knauer.

⁷ Jahrbuch für Partei- und Gewerkschafts-Angestellte, herausgegeben vom Vorstand des Vereins Arbeiterpresse, 2. Jahrgang, Berlin 1910, S. 70 und 195. Digitalisat der Friedrich-Ebert-Stiftung.

⁸ Mario Hesselbarth: Zur Geschichte der USPD Thüringen, Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen, Erfurt 2017, insbesondere S. 35; Klassik Stiftung Weimar: biografischer Normdateneintrag zu Cuno Blechschmidt, GND 1140953648. Digitalisat der Untersuchung.

⁹ Andrea Jakob: „Umbruch und Kontinuität – die Novemberrevolution im Herzogtum Sachsen-Meiningen“, in: Gerber/Goltz (Hrsg.), 2021, S. 150 ff., insbesondere zur Entwicklung in Sachsen-Meiningen und zur Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten; Jochen Lengemann: Thüringische Landesparlamente 1919–1952, S. 390–391.

¹⁰ Adolf Hoßfeld: Sonneberg – Die Stadt im 20. Jahrhundert. Teil 2: Zahlen und Fakten im Überblick, Sonneberg 2006, S. 17; Jochen Lengemann: Thüringische Landesparlamente 1919–1952, biografische Einträge zu Eduard Wehder und Karl Knauer.

¹¹ Mario Hesselbarth: Zur Geschichte der USPD Thüringen, Erfurt 2017, insbesondere zur Wiedervereinigung von MSPD und USPD 1922; Adolf Hoßfeld: Sonneberg – Die Stadt im 20. Jahrhundert, Teil 2, Sonneberg 2006, S. 34, biografischer Eintrag zu Cuno Blechschmidt.

¹² Guido Dressel: Wahlen und Abstimmungsergebnisse 1920–1995, Reihe Quellen zur Geschichte Thüringens, herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2010, S. 30. Digitalisat.

¹³ Jochen Lengemann: Thüringische Landesparlamente 1919–1952, S. 390–391; Rolf Jehke: Landkreis Sonneberg – Verwaltungsgeschichte. Einzelne Überblicksdarstellungen nennen für Knauers Kreisdirektorentätigkeit abweichend 1925 als Endjahr. Die biografische Überlieferung und zeitgenössische Verwaltungsangaben stützen jedoch das Ende am 1. Juli 1924.

¹⁴ Mario Hesselbarth: Die Arbeiterregierung in Thüringen 1923, Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen, Erfurt 2023, S. 153–154. Digitalisat.

¹⁵ Mario Hesselbarth: Die Arbeiterregierung in Thüringen 1923, Erfurt 2023; Bundeszentrale für politische Bildung: „Kampf um die Republik 1919–1923“; Deutsches Historisches Museum: LeMO – Deutscher Oktober 1923.

¹⁶ Guido Dressel: Wahlen und Abstimmungsergebnisse 1920–1995, Erfurt 2010, S. 53 (Kreistagswahl 1925) und S. 82 (Kreistagswahl 1928).

¹⁷ Franz Walter: „Thüringen – einst Hochburg der sozialistischen Arbeiterbewegung?“, in: Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, 28. Jahrgang, Heft 1, März 1992, S. 21–38, insbesondere S. 31–33. Digitalisat. Der Stimmenanteil von 61,8 Prozent bei der Kreistagswahl 1928 wurde aus den bei Dressel, S. 82, überlieferten Stimmenzahlen berechnet.

¹⁸ Guido Dressel: Wahlen und Abstimmungsergebnisse 1920–1995, Erfurt 2010, S. 64–65, Ergebnisse des Volksbegehrens und Volksentscheids über die Fürstenenteignung.

¹⁹ Adolf Hoßfeld: Sonneberg – Die Stadt im 20. Jahrhundert, Teil 2, insbesondere S. 17, 22–29, 33–35 und 48; Gerhard Kaiser: „Laßt nicht locker“. Antifaschistischer Widerstand im Thüringer Wald, in: JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft II, Mai 2003, S. 111–128.

²⁰ Jochen Lengemann: Thüringische Landesparlamente 1919–1952, S. 195–196, biografischer Eintrag zu Olga Brückner; Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Meiningen, Nachlass Olga Brückner, Bestand 4-97-9040.

²¹ Franz Walter: „Thüringen – einst Hochburg der sozialistischen Arbeiterbewegung?“, in: Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, 28. Jahrgang, Heft 1, 1992, insbesondere S. 32–37; Steffen Kachel: Ein rot-roter Sonderweg? Sozialdemokraten und Kommunisten in Thüringen 1919 bis 1949, Köln/Weimar/Wien 2011, insbesondere S. 40–43 zur Sozialstruktur und zur Bedeutung der Heimarbeit.

²² Guido Dressel: Wahlen und Abstimmungsergebnisse 1920–1995, Erfurt 2010, S. 131, Ergebnisse der Kreistagswahl vom 4. Dezember 1932.

²³ Guido Dressel: Wahlen und Abstimmungsergebnisse 1920–1995, Erfurt 2010, S. 140–141, Neubildung der Kreisvertretungen 1933; Deutsches Historisches Museum: LeMO – Die SPD in der Weimarer Republik.

²⁴ Gerhard Kaiser: „Laßt nicht locker“. Antifaschistischer Widerstand im Thüringer Wald, in: JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Mai 2003, S. 120–121. Digitalisat der Friedrich-Ebert-Stiftung.

²⁵ Gerhard Kaiser: „Laßt nicht locker“, 2003, S. 120–122. Kaiser stützt sich unter anderem auf die Erinnerungen Theo Gundermanns und weitere Personenakten im Bundesarchiv, SAPMO, insbesondere DY 55, V 278, 4, 117.